Wir sind Paris – we are Paris

Paris, PeaceEs gibt keine Worte, um irgendetwas Sinnvolles zu verfassen, das ausdrückt wie fassungslos ich über das bin, was gestern Nacht in Paris passiert ist. Eigentlich wollte ich auch nichts dazu schreiben, da es sich immer ein bisschen wie „Sensations-Trittbrettfahren“ anfühlt. Aber nachdem ich heute Morgen Twitter aufgemacht habe, fände ich Schweigen irgendwie noch schlimmer.
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Osama Bin Laden tot – seit Dezember 2001?

Die Frage, die bei Videos von Osama Bin Laden in den letzten Jahren immer wieder auftauchte war: Sind die wirklich echt? Selbst der Sohn des angeblichen „Terrorfürsten“ zweifelte daran, dass da tatsächlich sein Vater sitzt. Und nun, nachdem das Schreckgespenst angeblich in Pakistan erschossen wurde, gibt es immer mehr Stimmen, die immer lauter daran zweifeln, dass da wirklich Osama Bin Laden getötet wurde. Warum? Weil Bin Laden schon seit Dezember 2001 tot sein soll. Weiterlesen

Osama Bin Laden: Ein Massenmörder tötet den anderen

Tja, tot soll er nun sein, erschossen von US-Agenten in Pakistan: Osama bin Laden, der „Terrorfürst“ wie ihn nicht nur die BILD gestern nannte, ist tot. Das Resultat: Feiernde Menschen in den Straßen der USA und dazu die heuchelnden Politiker. „Bin Laden war kein muslimischer Führer, er war ein Massenmörder von Muslimen“, erinnerte Präsident Obama in der Nacht zum Montag an zwei Punkte, die ihn – bei allen sonstigen Unterschieden – mit dem weltweit meistgesuchten Terroristen verbanden. Weiterlesen

Propaganda und Krieg – das neueste Kapitel: Libyen

Töte einen und du bist ein Mörder, töte Tausende und du bist ein Held.“ Dem sollte man nur noch anhängen: Töte Millionen und du bist ein erfolgreicher Staatsmann, vermutlich einer aus den USA, Frankreich oder bist du auch ein Mitarbeiter der UNO.

Denn was passiert gerade in der Welt – abseits der Medienpropaganda? Trotz massiver Unterstützung der Kriegsherren aus den USA, Frankreich und Großbritannien ist Gaddafi immer noch nicht abgetreten und die Rebellen haben sich immer noch nicht durchgesetzt. Dafür mussten aber schon Hunderte von Zivilisten dran glauben, denn um Gaddaffi zu stürzen ist es offenbar essentiell, Bombenangriffe auf  Brücken, Straßen und soziale Einrichtungen in Libyen zu starten.

Trotzdem scheinen die Aufständischen gegen die Bodentruppen nicht voranzukommen. Deshalb überlegen die Verantwortlichen jetzt fieberhaft, wie man die Öffentlichkeit am Besten davon überzeugen kann, dass westliche Bodentruppen ebenso essentiell werden, wie Bombenangriffe auf Zivilisten. Und die Welt? Sieht wie immer zu und schweigt.

Naja gut, nicht ganz: Die Staatschefs der Länder China, Brasilien, Russland und Indien kritisieren mittlerweile den westlichen Kriegseinsatz massiv. Verkehrte Welt, bleibt einem da nur zu sagen, vor allem wenn man sich ansieht, was China vor drei Jahren mit Tibet veranstaltet hat – und immer noch veranstaltet.

Ich persönlich prophezeie, dass es demnächst Schlagzeilen über tote Babies oder gar einen Terrorangriff auf die USA gibt. Da sterben dann noch mehr Zivilisten und die Propagandamaschine rollt weiter, wäre ja nicht das erste Mal.

Unbedingt lesenwert in diesem Zusammenhang: Propaganda und Krieg

Weitere Artikel zum Thema:
Hintergrund.de„Wer sind die libyschen Freiheitskämpfer und ihre Gönner?“
SPIEGEL – „Obama, Sarkozy und Cameron schwören Kampf bis zu Gaddafis Abgang“
Kritische Massen „Verzweifelte Lage Libyens“

Libyen: Der Krieg der Heuchler

Wie in Ägypten, ist es auch in Libyen schwer, nicht für einen Bombeneinsatz zu sein. Zumindest, solange man die wichtigen Fakten dieser Geschichte ignoriert. Im SPIEGEL findet sich heute der Artikel „Gaddafi darf nicht gewinnen“ mit dem schönen Untertitel „Menschenrechte sind wichtiger als Frieden“. Das klingt doch super oder? Die Alliierten springen den verzweifelten Aufständischen im Kampf gegen das Monster Gaddafi zur Seite. Was dabei leider unerwähnt bleibt, sind ein paar entscheidende Fakten.

Gaddafi und Sarkozy
In einem Interview mit dem TV-Sender EuroNews drohte Saif al-Islam, einer der Söhne von Muammar al-Gaddafi damit, pikante Details über die Finanzierung des Wahlkampfs des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy zu veröffentlichen: „Wir haben alle Details und sind bereit, sie publik zu machen. Sarkozy muss das Geld zurückzahlen, das Libyen ihm zur Finanzierung seines Wahlkampfes gegeben hat. Wir haben seinen Wahlkampf finanziert…Das erste, was wir von diesem Clown wollen, ist also, dass er dem libyschen Volk das Geld zurückgibt“.

Überhaupt scheint Sarkozy weniger von der Verletzung der Menschenrechte in Libyen motiviert, als von der eigenen Situation. Denn der Präsident verliert rapide Sympathien – er gilt bereits als einer der unpopulärsten Präsidenten Frankreichs. Ein Jahr vor der Präsidentenwahl erhält in Umfragen weniger als 30 Prozent Zustimmung und liegt damit sogar hinter Marine Le Pen, Chefin der rechtsextremen Front National und sozialistischen Parteien. Kurz, es sieht nicht gut aus für Sarkozy. Die verzweifelte Inszenierung als Beschützer und Führer der freien Welt, soll ihm nun in Punkte bringen.

Der Krieg gegen den Frieden
Es wurde Gaddafi mehrfach vorgeworfen, er zeige sich uneinsichtig und gewalttätig gegenüber den Aufständischen. Zudem sei der von Gaddafi angekündigte Waffenstillstand laut US-Präsident Barack Obama „eine Lüge und wurde unmittelbar gebrochen.Tatsache ist aber, dass das am 19. März 2011 bei Bengasi abgeschossene Flugzeug, gar nicht zum Arsenal von Gaddafi gehörte. Es war eine Maschine der Aufständischen, das bestätigte laut Focus auch ein Rebellenführer. Bei dem Flugzeug handelte es sich um einen Mirage-Jet aus französischer Produktion.

Gerade dieses abgeschossene – tatsächlich abgestürzte – Kampfflugzeug wurde aber als Begründung für einen Verstoß des von Gaddafi zugesagten Waffenstillstands genannt. Zudem lehnten die USA sämtliche Angebote Gaddafis, internationale Beobachter ins Land reisen zu lassen, direkt ab. Es scheint, als würde sich die Geschichte abermals wiederholen – nur dieses Mal schickt man nicht erst pro forma ein paar Inspektoren ins Land, sondern ballert sofort drauf los. Was mich auch zum nächsten Punkt bringt.

Die Menschrechte mit toten Zivilisten schützen
Nachdem die Bombardierung aufgrund einer Lüge beschlossen war, ging es auch gleich daran, mit Bomben die Menschenrechte zu schützen. Und wie tut man das am besten? Richtig, man bombardiert medizinische Einrichtungen, Brücken, Straßen und die Privatresidenz des Diktators. Hört sich das für irgendjemand nicht auch ein wenig falsch an? Laut Angaben des libyschen Staatsfernsehens, kamen bei den ersten Angriffen rund 64 Zivilpersonen ums Leben, rund 150 wurden verletzt. Daraufhin äußerte unter anderem die Arabische Liga Kritik an dem Militäreinsatz. „Wir wollen Schutz der Zivilbevölkerung, nicht ihren Beschuss“, so Generalsekretär Amr Musa.

Die Frage die sich mir persönlich hier immer wieder stellt: Ist es nun besser von einer amerikanischen/französischen/britischen Bombe ins Jenseits befördert zu werden, statt von einer libyschen Kugel? Ich glaube nicht. Menschenrechte schützen, indem man Zivilpersonen tötet, dass kann niemals richtig sein.

Ich möchte abschließend noch sagen, dass ich diesen Artikel nicht „Pro Gaddafi“ geschrieben habe, denn dass der Mann abgesetzt gehört, ist denke ich unbestritten. Die Mittel mit denen es umgesetzt wird – nämlich auf Kosten derer, die man angeblich ja schützen wolle – das kritisiere ich massiv.

Ägypten – der fade Beigeschmack einer Revolution

Eine Revolution muss man ja eigentlich gut finden. Also den Kampf der Menschen um Freiheit bejubeln, ihren Mut preisen usw.

Aber… ganz ehrlich, wenn ich mir diese Ägypten-Geschichte anschaue, dann kann ich das irgendwie nicht. Nicht, weil ich die bestehende Regierung für gut heiße oder auch die Gewalt des Militärs, das Wegsperren der Opposition oder die Abschaltung des Internets.  Auch bewundere ich tatsächlich den Mut dieser Leute, sich all dem entgegenzustellen und zu kämpfen. Weiterlesen