Allein Allein

Regen, Pfütze, AlleinEs gibt so vieles, das wir müssen: Freundlich sein, stilsicher die richtigen Klamotten tragen, möglichst jeden Tag trainieren, politisch korrekt bleiben und immer schön die Wohnung klinisch rein halten. Wir brauchen alle einen Riesenhaufen Freunde und natürlich, diese EINE Person, die wir mehr als alles auf der Welt lieben. Niemals dürfen wir alleine sein.

Gleichgeschaltetes Müssen

Das Problem mit all diesen Dingen, die wir unbedingt müssen: Sie machen mich nicht glücklich. Freundlichkeit kann helfen, Mitgefühl wäre aber besser. Bequeme Kleidung finde ich wichtiger als idiotische Fashiontrends, die man ohnehin nur für 1,60m große Hungerhaken entworfen hat – was mich auch gleich zum Fitnesswahn bringt: Nein, danke, ich bin einfach tatsächlich gerne faul.

Politisch korrekt kann genauso dämlich sein, wie den braunen Dreck von Pegida, AfD und Co nachzuplappern. Ich lebe lieber in meiner Wohnung, statt sie ständig zu putzen. Meine Freunde lassen sich an einer Hand abzählen und ich bin sehr gerne alleine. Vielleicht weil ich diese EINE Person noch nicht so richtig gefunden habe oder vielleicht genau deswegen. Wer weiß.

Massentaugliches Denken

Es gibt Leute, die brauchen Menschen um sich. Jeden Tag, jede Stunde und sogar jede Nacht. Grundsätzlich finde ich das auch völlig okay, aber manchmal habe ich den Verdacht, dass viele das tun, weil sie so nicht alleine sein müssen. Als ich meiner Kollegin von meinem Schwedenurlaub erzählte meinte sie: „Wie, du warst da 2 Wochen ALLEINE?“ Sie könnte das nicht, meinte sie. So ganz alleine, ohne jemanden zum Unterhalten. Ich fand diese 10 Tage wahnsinnig entspannend. Das liegt aber vielleicht auch daran, dass ich Menschen um mich herum auf Dauer als sehr anstrengend empfinde.

Es ist nicht so, dass ich Menschen nicht mag. In der Theorie finde ich das mit dem ständigen Weggehen / Kaffee trinken / zusammenleben ja auch ganz okay. Es funktioniert nur für mich nicht. Ich brauche einen Raum, in dem sich außer mir höchstens eine Katze oder ein Hund befindet und in dem ich mit meinen Gedanken alleine bin. Das versteht nur niemand, weil es nicht dem Gruppenwahn entspricht, den man uns ständig eintrichtert.

Komisch alleine

Das ist überhaupt das Grundproblem mit unserer heutigen Welt oder nicht? Wir MÜSSEN alle so sein, wie „man halt so ist“: Rudeltiere. Wenn schon nicht dünn, reich und aufgeräumt, dann zumindest zusammen besoffen am gemeinsamen Elend. Die Frage ist nur: Macht das glücklich? Zufrieden? Macht es die Einsamkeit in unseren Herzen erträglich. Für mich nicht. Dann bleibe ich lieber alleine mit meinen Gedanken. Daraus entstehen meist ganz gute Ideen

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