Nachdenken – einfach nur nachdenken

Dummheit, Anatole France,Der braune Mob ist wieder da. Grölend und krakeelend ergießt sich die Dummheit in den sozialen Netzwerken, auf den Straßen und überall dort, wo ihr irgendjemand zuhören könnte. Die Nazis sind wieder da, neu erstarkt und neu formiert. Die Frage ist doch aber: Waren sie jemals weg?

Dummheit scheint ansteckend zu sein – wie sonst kann es passieren, dass so viele Leute auf einmal den gleichen Mist nachplappern? Natürlich, nicht nachdenken ist einfacher. Es ist leichter, pauschal die Schuld auf eine Bevölkerungsgruppe zu schieben – das hat das Hitler-Regime vor 82 Jahren bereits hinreichend unter Beweis gestellt. Es gibt einem das Gefühl, endlich etwas Kontrolle zu haben in einer Welt, die völlig außer Kontrolle geraten scheint.

Die Misere der Konsumgesellschaft

Unsere Situation hat sich in den letzten Jahren konstant verschlechtert. Die Mehrheit bekommt immer weniger Geld für immer mehr Arbeit und will doch so viel mehr besitzen als sie eigentlich braucht. Wie die Lemminge holen wir uns kontinuierlich immer mehr Firlefanz, von dem uns irgendwer eingeredet hat, dass wir ohne ihn nicht mehr leben könnten. Wir verbringen immer mehr Zeit vor einem Bildschirm – sei es der Computer, das Smartphone oder der Fernseher – und immer weniger Zeit miteinander. Wie auch, Freizeit kann sich kaum einer noch wirklich leisten.

Das Leben ist hart geworden. Teuer. Anstrengend. Und täglich kommt eine neue Herausforderung dazu, der wir nicht gewachsen sind. Wir sind alle unglücklich – so furchtbar unglücklich und alleine. Gut – wir leben nicht in täglicher Angst vor marodierenden Söldnertruppen, die uns entführen, vergewaltigen und versklaven. Wir müssen nicht jede Sekunde fürchten, dass jemand unser Auto mit einem Sprengsatz versehen hat. Vielleicht sind wir seit Paris vorsichtiger und ängstlicher geworden – aber den Punkt, an dem wir jeden Tag damit rechnen müssen, dass uns jemand auf offener Straße abknallt oder unsere Wohnung / unser Büro bombardiert haben wir „noch“ nicht erreicht.

Das Leben auf Kosten Anderer

In Afrika, Syrien und vielen anderen Ländern ist das aber Realität. Paris passiert in Syrien jeden Tag. In Afrika verschwinden jeden Tag Dutzende Menschen – sie werden verschleppt und gezwungen in Minen zu arbeiten oder zu neuen „Soldaten“ ausgebildet oder auch einfach erschossen. Aber das interessiert uns nicht, das neue Smartphone ist draußen und ich muss es unbedingt kaufen, weil es irgendetwas Neues kann und außerdem haben es doch alle. Was interessiert mich die Realität in anderen Ländern – alles was außerhalb von Europa oder Amerika passiert, ist einfach viel zu weit weg.

Der krakeelende Mob

Doch jetzt kommen diese Menschen zu uns. Flüchtlinge aus genau den Ländern, auf deren Kosten wir seit Jahren leben. Menschen, die unglaubliche Strapazen auf sich nehmen, um zu fliehen. Und was erwartet sie hier? Dummheit. Unendlich viel Dummheit. Dummheit, die sich schneller zu vermehren scheint als eine Horde Kaninchen. Gepaart mit dem alteingesessenen Rassismus, die zwei passten ja schon immer gut zusammen. Gegen „Islamisierung“, gegen „Sozialschmarotzer“, gegen „Asylanten“ und überhaupt – gegen alle die irgendwas von uns wollen. Warum konnten die nicht auch einfach in ihrem Land verrecken, anstatt uns jetzt hier zu belästigen? Wir sind viel zu sehr mit unserem eigenen Unglück beschäftigt, als dass wir uns darum jetzt auch noch kümmern könnten!

Nicht nachdenken ist fast noch schlimmer, als Dummheit. Die Dummen waren immer schon dumm und werden es immer bleiben. Viel schlimmer sind die, die es eigentlich besser wissen müssten und davon gibt es genug. Aber es ist so viel einfacher, nicht nachzudenken…auch über die Konsequenzen nicht.

Ein Gedanke zu “Nachdenken – einfach nur nachdenken

  1. Bedauerlicher Weise wiederholt sich Geschichte immer wieder. Die einzige Konstante in der Geschichte der Menschheit ist nun mal die Dummheit und der Zwang den einfachsten Lösungen nach zulaufen. Denken wäre Meinungsbildung und die setzt nun mal Bildung und was wichtiger ist, das umsetzen des erlernten Voraus. Es gibt eindeutig Zuwenig Exemplare der Gattung Mensch die ihr Gehirn benutzen und vor allem auch mal über den Tellerrand schauen. Die Hoffnung stirbt aber bekanntlich zu letzt.

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