Sei artig – nicht einzig

Du kannst sein, was immer du willst – solange du dich im Rahmen der festgelegten Möglichkeiten bewegst. Individualität ist nichts anderes, als eine Auswahl an Mustern, mit denen man in eine der vielen vorgefertigten Form gepresst wird. Was aber, wenn keine Form und kein Muster passen?

Ein Quadrat passt nicht in einen Kreis. Also bleibt dem Quadrat nichts anderes übrig, als sich zu verbiegen und zu verzerren, um sich irgendwie in den Kreis hinein zu quetschen. Die Frage ist doch aber, warum tut das Quadrat sich das an? Oder das Rechteck? Oder das Achteck? Oder das Hunderteck? Wer hat irgendwann mal festgelegt, dass es nur Kreise zu geben hat – und warum sollten sich alle anderen Formen daran halten?

Gemeinschaftskonform

Wenn es etwas gibt, das wir schon klein auf – ob bewusst oder unbewusst – lernen, dann folgendes: Spiel dasselbe wie alle anderen, sonst spielt keiner mit dir. Verhalte dich so wie alle anderen, sonst wirst du ausgegrenzt. Befolge die Regeln von Anderen, sonst droht dir Böses. Essentiell: Sei wie alle anderen – oder du bleibst alleine. Und alleine will niemand sein.

Käufliches Glück

Dieses Muster setzt sich auch später in Allem was man uns beibringt fort: In der Schule lernen wir zuzuhören und nicht zu widersprechen oder zu diskutieren. Die allgegenwärtige Werbung lehrt uns, was wir unbedingt brauchen um glücklich zu sein und die Medien zeigen uns, wie wir zu leben haben. Unser Glück hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: Den richtigen Freunden, dem nötigen Kleingeld und der richtigen Einstellung.

Individuell angepasst

Individualität bedeutet nichts anderes als: Trag, tue und denke das, was alle anderen auch tragen, tuen und denken. Du willst dich von der Masse abheben? Dann kauf den Schuh in rot, aber stell sicher, dass es der richtige Schuh ist. Du möchtest mehr Freiheit? Dann such dir ein Hobby – aber bitte ein angesagtes. Du interessierst dich für Politik? Dann lies doch den Spiegel UND den Fokus – aber stell die Thesen darin nicht in Frage, schließlich handelt es sich dabei um Qualitätsjournalismus!

Was, wenn alle sich irren?

Das System funktioniert auch ganz gut nicht wahr? Zumindest weiß jeder, was er zu tun hat. Was er zu fühlen hat. Was er denken soll. Was aber, wenn wir mal für eine Sekunde alles in Frage stellen, was man uns bisher gelehrt hat? Was, wenn wir uns alle in allem irren? Eine Frage, die den meisten Menschen Angst macht, aber je länger man darüber nachdenkt, desto interessanter wird sie.

Stell dich in Frage!

Bei allem was wir lernen, bringt man uns nämlich eine Sache nicht bei: Das eigene Wissen in Frage zu stellen. Die meisten Menschen – so scheint es zumindest – laufen durch ihr gesamtes Leben, ohne sich oder das, was sie mal gelernt haben je in Frage zu stellen. Was alle machen kann ja so falsch nicht sein. Was die anderen sagen, wird schon stimmen. Was wir mal gelernt haben, verliert sicher nicht seine Berechtigung. Was aber, wenn alle anderen von der Klippe springen? Was, wenn das, was sie sagen, für einen selbst keinen Sinn ergibt? Was, wenn das was man uns beibringen will, keinerlei Bezug zur Realität hat?

Die Antworten auf diese Fragen muss jeder für sich selbst finden – sofern man anfängt, überhaupt Fragen zu stellen.

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