Rat-geschlagen und ein bisschen mehr so wie ich

Was mache ich eigentlich hier? Wo will ich hin? Hat all das hier überhaupt einen Sinn? Fragen über Fragen, die einem das Leben stellt und die einem niemand beantworten kann. Vielleicht muss man auch keine Antworten finden, sondern nur immer weiter fragen und akzeptieren, dass man es nie wirklich wissen wird.

Ich gehöre zu dem wohl nutzlosesten Teil unserer Gesellschaft. Ich bin zwar intelligent, aber kein Genie – ich werde also wohl eher nichts erfinden, dass die Welt entweder bereichert oder beschäftigt hält. Ich kann ein bisschen Zeichnen, aber nicht gut genug für irgendwelche weltbewegenden Kunstwerke. Das Einzige, was ich wirklich gut kann, ist Schreiben – aber ich schreibe keine Romane, zumindest nie zu Ende.

Mein Job besteht essentiell darin, Texte über Games zu korrigieren oder zu schreiben und ich verdiene dabei gerade genug, das es zum Leben reicht. Weder mache ich große Reisen, noch spende ich viel und meine Kaufkraft hält sich auch in Grenzen. Den elementarsten Zweck unseres Daseins habe ich bisher auch verfehlt und mich weder fortgepflanzt, noch geheiratet. Wie es aussieht, wird sich in der Hinsicht auch nicht mehr viel tun.

Aus gesellschaftlicher und sozialer Sicht, habe ich also ziemlich versagt. In einer Welt in der man entweder ganz viel oder gar nichts hat, rangiert mein Dasein eher am hinteren Ende der Skala. Glaubt man den Kommentaren einiger Personen, müsste ich einfach nur etwas mehr aus mir machen. Mich ein bisschen mehr anstrengen, ein bisschen weniger nachdenken – einfach ein bisschen weniger so sein, wie ich eben bin. Das funktioniert aber nicht, also rutsche ich jeden Tag etwas mehr in Richtung völliger Versager.

Ich weiß, dass es Menschen gibt, die etwas länger brauchen, bis sie Erfolg haben. Aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass ich so jemand bin. Ja, für jede Angst, die man in sich herumträgt, hat irgendwer irgendeinen motivierenden Spruch. Für jeden Traum findet sich irgendein Erfolgsbeispiel. Aber alle diese Sprüche und Beispiele sind nicht ich. Wenn sie jemand anderen motivieren, dann bitte – viel Glück damit. Ich habe einfach keine Lust mehr, ständig jemand anderes sein zu wollen als ich bin.

Ich bin keine Erfolgsgeschichte sondern ein andauernde Ankündigung, ohne dass wirklich etwas passiert. Im Grunde bin ich einfach nur ich und ich habe nicht die geringste Ahnung was ich hier eigentlich mache oder wo ich hin will. Das Einzige, was ich weiß, ist das ich keine Lust mehr auf Ratschläge oder irgendwelche Erwartungen habe, die nicht der Person entsprechen, die ich bin. Das mag manch einer faul oder feige nennen, aber ich glaube, es gibt nichts Mutigeres, als wirklich man selbst zu sein. Deshalb versuchen es wahrscheinlich auch so Wenige.

2 Gedanken zu “Rat-geschlagen und ein bisschen mehr so wie ich

  1. Liebe Kidayna. Du bist sehr, sehr ehrlich. Warum du dich aber selbst als ein nutzloses Teil der Gesellschaft und als Verliererin siehst, will mir nicht in den Kopf. Ratschläge sind auch Schläge, ist doch auch wieder nur ein Spruch. Mir jedenfalls haben die Fragen, die du dir da stellst, sehr geholfen. Wer will ich sein? Wie will ich gesehen werden? Wer sieht nicht, wie ich sein will oder bin oder zu sein glaube? Wie kann ich das Fremdbild mit meinem Bild von mir selbst in Deckung bringen? Und: Will ich das überhaupt? Die Bilder, die wir von uns selbst haben, ändern sich. Wenn du in 5 Jahren deinen Beitrag wieder liest, wirst du dich fragen, war das wirklich ich? Lass es dir gut gehen. Das wünscht dir Helmut. Und danke!

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