Herzzeitlos

lifetime, quote, sadness, missing, soulmateEs gibt immer Jemanden, der uns nicht gut tut und an dem wir trotzdem festhalten. Jemand, den wir schon lange loslassen hätten sollen und es doch nie konnten. Ich würde so gerne etwas über dich schreiben – nicht mal was Intelligentes oder Witziges, sondern einfach nur Irgendwas. Aber alles was mir einfällt, ist diese eine dumme Frage, die sogar zu dumm ist, um sie auszusprechen.

Kannst du bitte einfach aus meinem Kopf rausgehen? Nicht schlafen können macht keinen wirklichen Spaß, vor allem dann, wenn es eh völliger Blödsinn ist. Ich hatte mich gerade wieder halbwegs im Griff und wollte mich wieder neu erfinden. Da brauche ich dich nun wirklich nicht in meinem Kopf.

Das Problem ist, du bist immer da – obwohl du schon so lange nicht mehr da bist. Jede Geschichte die ich anfange, handelt eigentlich von dir und ich finde immer noch, dass du kein Happy End verdienst. Also schreibe ich Anfänge und ich schreibe Enden und manchmal auch Mittelteile – aber es kommt nichts Ganzes dabei heraus. Weil ich weiß, dass ich immer noch kein „Ende“ hinter eine Geschichte setzen kann, denn ich habe dir nie verziehen.

Man kann immer wieder neu anfangen. Immer wieder von vorne beginnen. Aber irgendwann fühlt sich jeder Neuanfang an wie eine überschriebene alte Geschichte. Immer dasselbe Muster – neue Stadt, neue Gesichter, neue Bekannte und wieder dieser eine Mensch, der sich im Herzen und im Kopf festsetzt, ohne dass man das will. Und alle rollen mit den Augen und schütteln den Kopf. „Du lernst es nie“ – „Nicht schon wieder“ – aber im Grunde ist es doch nur dieselbe Lektion die ich nie lernen wollte.

Ich wünschte, ich könnte dir verzeihen und dich endlich loslassen. Aber ohne diese Geschichte wäre alles noch ein bisschen leerer und ich weiß nicht, ob ich noch mehr Leere ertrage. Letztlich wählen wir alle unser eigenes Unglück, nicht wahr? Wir entscheiden woran wir uns festkrallen und wie lange wir uns selbst vergiften.

Jeder Gedanke an dich tut weh und ich weiß, dass das nicht mehr so sein sollte. Dass es irgendwann vorbeigehen hätte müssen. Und dass ich dich als Entschuldigung für mein Unglück benutze. Also was bleibt, ist letztlich das, wovor ich am meisten Angst habe: Ich muss dich endlich loslassen. Ich muss etwas über dich schreiben und am Ende einen Schlussstrich drunter ziehen. Ich muss dir verzeihen.

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