6 Dinge, die mir die besten alten TV-Serien beigebracht haben

Es gibt viele Dinge von denen ich wirklich froh bin, dass es sie noch nicht gab als 16 Jahre alt war. Facebook zum Beispiel. Oder Instagram. Oder Pinterest. Oder Smartphones. Oder TV-Trash wie Dschungelcamp, Bachelor und Co. Klar, früher war nicht alles besser – aber einiges zumindest ein bisschen weniger scheiße als heute.

Zumindest kommt es mir heute so vor als wäre damals alles noch ein bisschen weniger Plastik gewesen und nicht ganz so zwangsuniformell wie heute. Irgendwie ein kleines bisschen mehr individuell und freier. Vielleicht bilde ich mir das auch ein – dennoch fühlt es sich heute so an als hätten mir sogar die TV-Serien Ende der 90er und Anfang der 2000er noch ein bisschen was übers Leben beigebracht. Deshalb also meine liebsten Jugendserien und die Dinge, die ich mit ihnen gelernt habe:

(1) Das wahre Leben eher selten glamourös

Angela Chase ist und bleibt die Heldin meiner Jugend. Ich kann mich noch an die allererste Folge die ich von Willkommen im Leben (1996) gesehen habe ganz genau erinnern: Angela, unnatürlich blass mit ihren viel zu dunkel gefärbten roten Haaren, stand vor dem Spiegel auf dem Mädchenklo und starrte auf ihr Kinn wo sich der größte Pickel der Welt befand. Zwei Sekunden später geht sie über den Gang und sieht ihren großen Schwarm mit einem anderen Mädchen im Arm. Eine dieser perfekten, makellosen, blonden Schönheiten. Wer kennt so eine Situation nicht? Ich glaube nicht, dass mich irgendeine TV-Serie später auch nur annähernd so gut verstanden hat wie diese.

Bestes Zitat:

“Manchmal sagt jemand nur etwas ganz Kleines…aber diese Bemerkung füllt die Lücke in deinem Herzen perfekt aus.”

(2) Verrückte sind die besten Freunde

Zugegeben, ich und Friends (1996), wir brauchten ein wenig. Was vor allem daran lag, dass die Serie in der deutschen Synchronisation nur halb so witzig ist wie im Original. Trotzdem: Phoebe und Joe habe ich von Anfang an geliebt. Phoebe weil sie so herrlich irre war und Joe, weil er sein Essen stets so vehement verteidigt hat. Im Grunde handelt es sich bei How I Met Your Mother nur um eine Wiederauflage von Friends, deshalb sollte man unbedingt mal das Original schauen. Da seht ihr dann wie Ross (Ted) seiner Rachel (Robin) hinterherjagt, Chandler und Monica (Marshall & Lilly) als Dauerpärchen mit ihren Hochs und Tiefs kämpfen und Phoebe und Joe (Barney) das Ganze sehenswert machen.

Bestes Zitat:

„Joe doesn’t share food!“

(3) Sarkasmus ist überlebenswichtig

Jemand der viel nachdenkt und die Welt um sich herum analysiert, stellt sehr schnell fest, dass diese Welt sich meistens einen Scheiß um irgendwas schert. In der Schule geht es nicht um die akademische Zukunft sondern um Beliebtheit, Aufmerksamkeit und wer gerade mit wem ausgeht. Wer damit nichts anfangen kann, dem bleibt nur eines: Sarkasmus. Daria (1997) hat erkannt, dass es einfach zu viele Erbsenhirne auf dieser Welt gibt und man sie nicht alle töten kann. Also bleibt nur der überlebenswichtige Sarkasmus.

Bestes Zitat:

„Deine Oberflächlichkeit ist so allumfassend, das man sie schon fast als Tiefgang bezeichnen könnte.“

(4) Du musst deine Dämonen selbst bekämpfen (und Vampire glitzern nicht)

Bevor Edward von Löwen und Lämmern schwadronierte, Damon und Stefan – sowie der Rest der Welt – sich um Elena stritten und die Vampir-/Gestaltwandler-/Engel-Romanzen völlig aus dem Ruder liefen. Sprich: Bevor das Ganze komplett lächerlich wurde, davor gab es Buffy, die Vampirjägerin (1998). Buffy brachte uns bei, dass Frauen nicht das schwache Geschlecht sind. Dass auch die ganz große Liebe ganz gewaltig in die Hose gehen oder die Welt untergehen kann und man das trotzdem überlebt. Dass man niemals aufgeben darf und jeden Dämonen irgendwann klein kriegt. Und das selbst Sarah Michelle Gellar in den Outfits der 90iger nicht weniger lächerlich aussieht als wir.

Bestes Zitat:

Angelus: “Keine Waffen, keine Freunde, keine Hoffnung. Was bleibt noch wenn das alles weg ist?“
Buffy: „Ich.“

(5) Familie bedeutet nicht immer gleich blutsverwandt

Ein Raumschiff in Form einer Libelle, voll mit einer Truppe gescheiterter Kriegsveteranen, die sich nun als Glücksritter versuchen und dann noch ein Teenager, den die halbe Galaxie jagt. Firefly (2002) war ein Science Fiction-Western voller guter Sprüche und noch besserer Charaktere. Eine Truppe von Außenseitern gegen den Rest der Welt die nichts anderes hatten als einander. Und manchmal reicht das zwar nicht für einen Serienerfolg, aber immerhin für 14 unvergessliche Folgen und eine von Nathan Fillions besten Rollen.

Bestes Zitat:

„Sie sind auf meinem Schiff willkommen. Gott nicht.“

(6) Chaos ist das halbe Leben

Lolle war wie wir alle: Dummer Spitzname, noch dümmere Frisur (zumindest in Staffel 1), das dumme Herz an den Falschen verloren und den Kopf voller dummer viel zu großer Träume die einen nie mehr loslassen. Dazu einen Haufen chaotischer Freunde die mit genauso vielen Dummheiten kämpften. Auch wenn ich Berlin Berlin (2002) nie ganz verziehen habe, dass sie Rosalie nach der ersten Staffel durch die anorexische Lea Harder ersetzt haben – Lolle machte es alles wieder wett. Eine – wenn nicht die beste – deutsche Serie überhaupt. Einzig der Zuckerguss am Ende war ein bisschen zu viel. Aber man kann schließlich nicht alles haben.

Bestes Zitat:

„Weißt du was schlimmer ist, als erfolglos zu sein? In etwas erfolgreich zu sein, was man gar nicht tun will. Dann redet man sich nämlich ganz schnell ein man müsse das immer tun und ehe man sich versieht ist man alt und grau und hat das was man eigentlich tun wollte verpasst.“

Ein Gedanke zu “6 Dinge, die mir die besten alten TV-Serien beigebracht haben

  1. Willkommen im Leben war genial. Wobei ich Claire danes zu hübsch fand für die Rolle die sie da verkörpert hat. Dachte immer wenn ich so aussehen würde, dann würde ich nie wieder jammern 😀 daria war auch legendär und friends habe ich so geliebt. Ich fand Ross so herrlich treu doof. Buffy war pflicht. Mir sind die neuen kuschel Vampire nicht geheuer, wenn man da an Spike denkt 😁
    Ich hab so viel zeug angeschaut. Es gab aber noch viele andere tolle Serien. Ich mochte auch beverly hills. Ich war voll der branda fan 😂 ach egal wie scheiße es oft war (auch ich wurde lange verarscht und fertig gemacht, die 90er waren ne mega geile Zeit. Bin froh ein Kind der 90er zu sein 😊 wir sind noch jung und kennen trotzdem Zeiten ohne Handy iPad flatscreen usw. Da vereint sich retro mit moderne 😂

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