My so-called life: Die erste Liebe vergisst man nie

Jordan Catalano, Angela Chase, Claire Danes, Jared Leto, Willkommen im Leben

Picture via Flicker / Razzmatazzle

Dieses Jahr habe ich mich endgültig damit abgefunden, dass ich mein Leben lang immer ein bisschen in Jared Leto verliebt sein werde. Sogar nachdem ich ihn als abgemagerten Transvestiten über die Kinoleinwand stöckeln sah. Jared Leto ist und bleibt meine erste große Serien-Liebe und wie alle anderen großen Lieben, vergisst man die niemals.

Es gibt im Leben so einige erste große Lieben: Die erste beste Freundin, der erste Junge für den man schwärmt, der erste Star-Crush mit dessen Konterfei man sein Zimmer zukleistert und dann noch die erste Serien-Liebe. Nein, das ist nicht dasselbe wie ein Star-Crush, denn eine Serien-Liebe reduziert sich nicht immer auf eine Figur.

Das tut es auch bei mir nicht – ich liebe die gesamte Serie, weil ich mich nie wieder von einer TV-Show so gut verstanden gefühlt habe, wie von „Willkommen im Leben“. Aber: Jordan Catalano – gespielt von Jared Leto – hat mit seinen großen, verträumten blauen Augen und seinem unwiderstehlichen Schlendern, damals einfach schon in der ersten Szene mein Teenager-Herz gestohlen. Und es nicht mehr wieder zurückgegeben.

Mein sogenanntes Leben

Im Original hieß die TV-Serie „My so-called life“ – also wörtlich übersetzt: „Mein sogenanntes Leben“ und das passte damals so gut. Ich erinnere mich noch, wie ich die Serie mit 15 Jahren zum erste Mal sah: Meine Haare waren schulterlang und rot gefärbt, ich kämpfte dauernd mit irgendwelchen Mega-Pickeln, meine beste Freundin redete kein Wort mehr mit mir und ich war unsterblich verliebt in einen Jungen, der nicht einmal wusste, dass ich existierte. Kurz: Die ganz normale Teenager-Hölle eben.

Für die Hauptfigur der Serie Angela – gespielt von Claire Danes – fühlte sich das Leben ganz genauso an: Sie hatte gerade ihre blonden Haare abgeschnitten und rot gefärbt. Ihre perfekte beste Freundin ging ihr auf einmal aus dem Weg. Ihre nervige, überfürsorgliche Mutter löste bei ihr innerlich mit jedem Wort Gewaltfantasien aus. Ein Riesenpickel ruiniert ihr den ganzen Tag. Und dann ist da auch noch dieser supersüße Typ, der leider keine Ahnung hat, dass es sie überhaupt gibt. Für alle die es nicht ohnehin schon ahnten: Besagter Typ war Jared Leto aka Jordan Catalano – der Herzensbrecher mit den wunderschönen blauen Augen und dem unwiderstehlichen Schlendern.

Der ganz alltägliche Wahnsinn

Im Gegensatz zu heutigen TV-Serien wie „Gossip Girl“, „O.C. California“ und wie sie alle heißen, lief bei „Willkommen im Leben“ nicht alles so glatt. Nicht alle Mädchen waren supercool, wunderschön und stinkreich – im Gegenteil. Klar, die Mode hat sich seit den 90ern verändert, aber Angela kämpfte in der Serie mit genau den Problemen, die jedes Mädchen kennt: Bad Hair Day, Fashion-Desaster und andere Katastrophen. Im Gegensatz zu all den coolen Fernseh-Tussis von heute, klappte auch die erste Liebe erst mal gar nicht. Aber ganz ehrlich, bei wem tat sie das schon?

Jordan Catalano war nämlich genauso authentisch wie Angela, sprich: Ein typischer 16jähriger der nur Sex im Kopf hat und ansonsten seine ganze Energie darauf verwendet, möglichst cool zu sein. Um seine Aufmerksamkeit überhaupt zu bekommen, muss man – statt mit dem Zaunpfahl zu winken – schon erst den ganzen Zaun nach ihm werfen und dann aber bitte auch das Spiel nach seinen Regeln spielen. Dabei handelt es sich aber nur um die eine Hälfte des Problems, denn – mal ehrlich Mädels – wer von euch benimmt sich im echten Leben dem Schwarm gegenüber schon so souverän wie die heutigen TV-Tussis?

Winkende Zäune

Bei Angela läuft das mit dem Traumtyp nämlich in etwa so ab, wie es mir ging, als ich mich das erste Mal auch nur in die Nähe meines damaligen Schwarms traute: Er hob den Blick, schaute mir in die Augen UND – in meinem Kopf machte es „Zipp“ und das Coolste was mir zu sagen einfiel, war „Uhumpf“. Ein undefinierbarer Laut, der irgendwo zwischen Schmerz und Ersticken liegt. Unnötig zu sagen: Er fand es nicht sehr beeindruckend und ich wünschte mir, dass sich doch bitte ein riesengroßes schwarzes Loch auftun und mich vom Angesicht der Erde schlucken möge (ist leider nicht passiert). Und in meinem Fall sah der besagte „echte“ Traumtyp noch nicht mal halb so gut aus wie Jordan Catalano.

Das ist der Grund, warum ich Jared Leto bis heute einfach alles verzeihe – egal ob er sich die Haare pink färbt, mehr Schminke trägt als ich oder mit seiner Band „Thirty Seconds To Mars“ sterbenslangweilige, stets gleichklingende Musik macht. Er verliert seinen Sex-Appeal weder als heruntergekommener Junkie („Requiem For A Dream“) noch als abgemagerter Transvestit („Dallas Buyers Club“). Wie gesagt: Die erste große Liebe vergisst man einfach nie.

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