Oscars 2014: American Hustle

Also, ich hatte ja echt schon fast ein bisschen Angst: Bisher fand ich ALLE Oscar-Filme wirklich gut. Manche vielleicht ein wenig zu lang oder schlicht niederschmetternd – einfach war keiner – aber alle irgendwie großartig. Bis jetzt. Meine erste Ausnahme: „American Hustle“.

Ich bin ja gerne bereit einzuräumen, dass das Problem mit „American Hustle“ bei mir liegt, denn ich sehe durchaus die Ironie und Komik in einigen Szenen. Das Problem: Ich finde sie nicht lustig. Gar nicht. Überhaupt nicht. Aber irgendwie passiert mir das mit den Filmen von David O’Russell jedes Mal: „I Heart Huckabees“ – großartig – „The Fighter“ – selten so gut geschlafen – „Silver Linings“ – GROßARTIG…tja und jetzt halt „American Hustle“. In einem Wort: Gähn.

Großartige Schauspieler machen keinen großartigen Film

Dabei hat „American Hustle“ eigentlich die besten Voraussetzungen: Großartige Schauspieler wie Christian Bale, Amy Adams, Jennifer Lawrence oder Bradley Cooper und eine eigentlich echt gute, komplexe Story mit vielen komischen Momenten. Die Schauspieler spielen ihre Rollen auch gut. Nur leider zündet das Ganze bei mir nicht.

Christian Bale mit XL-Plautze

Ja, ich finde es schon ganz witzig, wenn sich Batman-Darsteller Christian Bale mit XL-Plautze in der Anfangsszene erst mal das Toupet zurechtfrisiert. Oder wenn Bradley Cooper mit Millionen von Lockenwicklern im Haar mit seiner Mama streitet. Aber irgendwie wirkt das dann doch alles wieder sehr gewollt. Ich habe mir dann immer gedacht: „Okay, ich sehe die Ironie.“ Zum Lachen brachte es mich trotzdem nicht. Und – viel schlimmer – unterhalten hat es mich eben gar nicht.

Humor ist eben auch, mal nicht zu lachen

Wie gesagt, vielleicht liegt es auch einfach an meinem Humor. Jede Rezension die ich zu „American Hustle“ bisher gelesen habe, überschlug sich fast vor Lob. Ich verstehe nicht, welch „gnadenlos gute Unterhaltung“ die meinen oder welche „hinreißend aberwitzige Komödie“ die gesehen haben. Aber das ist ja das Gute am Humor: Jeder hat seinen eigenen und dagegen kann keiner argumentieren.

Fazit:

Also irgendwie verstehe ich die Begeisterung für „The Wolf Of Wall Street“ mehr, als die für „American Hustle“. Martin Scorseses Film ist halt einfach eine Stunde zu lang – David Russells Satire dagegen fad. Es tut mir leid.

Weitere Texte zum Oscars-Projekt 2014:

>>>> Dallas Buyers Club: Die Tragikkomödie des HIV-Cowboys
>>>> Im August im Osage County: Drama Baby!
>>>> Gravity: George braucht irgendwie keiner
>>>> The Wolf Of Wall Street: Einmal extrafad bitte
>>>> 12 Years A Slave: Ein Alptraum

3 Gedanken zu “Oscars 2014: American Hustle

  1. […] >>>> American Hustle: Ähm? Gähn? >>>> Dallas Buyers Club: Die Tragikkomödie des HIV-Cowboys >>>> Im August im Osage County: Drama Baby! >>>> Gravity: George braucht irgendwie keiner >>>> The Wolf Of Wall Street: Einmal extrafad bitte >>>> 12 Years A Slave: Ein Alptraum […]

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