Das ewige Theater

Es gibt Dinge, die nicht ungesagt bleiben können. Egal wie schlimm die Konsequenzen sind oder ob man damit mehr zerstört als rettet. Manche Antworten muss man hören weil sonst die Seele im nagenden Feuer der Zweifel verbrennt.

Aber wie stellt man eine derart wichtige Frage? Wie konfrontiert man jemand mit etwas derart Großem? Woher nimmt man den Mut, sich eine scheinbar unvermeidbare Ohrfeige abzuholen nur um sich endlich sicher zu sein? Oder auch anders gefragt: Ab welchem Punkt entscheidet man sich, dass es jetzt endgültig reicht?

Jeder Mensch hat eine Leidensgrenze – wobei ich denke, dass sich diese ausdehnt oder zusammenzieht, je nach Wichtigkeit der Angelegenheit. Generell scheint diese Grenze aber beinahe unendlich zu werden, wenn es um die Liebe geht. Bei Männern übrigens ebenso wie bei Frauen. Wen es wirklich, richtig und total erwischt, der hat auf einmal eine Leidensgrenze die von einem bis zum anderen Ende der Welt zu gehen scheint. Besonders dann, wenn der/die Angebetete die Gefühle nicht erwidert.

Schlimmer aber als die Gewissheit, dass der andere nicht interessiert ist – oder sich auch „nicht sicher ist“: Die Schwebe davor. Will er oder will er nicht? Wie meint er das jetzt? War das eine Anmache oder nicht? Flirtet er grade mit mir oder nimmt er mich nur auf den Arm? Verliebte können ein ganzes Sonett in ein simples „Hey“ hineininterpretieren. Ich glaube, ich schaffe es bald sogar einen Roman drüber zu schreiben.

Das Schöne ist ja, nimmt man sich vor nach Liebe zu suchen, findet man nichts bzw. niemand. Aber wenn man mit dem Gedanken – „Hey ich habe die Schnauze voll von Beziehungen“ – durchs Leben gehen will, dann überfährt es einen wie ein Güterzug.

Schöne Sache das, aber ich will nicht, also geh bitte weg. Hey, das sind meine Träume, scher dich weg. Oh, ein rotes Auto – ob du wohl auch rot magst? Moment stopp, das geht jetzt aber so nicht – warum denke ich schon wieder an dich? Cooler Witz, muss ich dir sofort erzählen. Ach verdammt, wieso frage ich mich schon wieder, was du wohl gerade machst?

Nein, ich bin nicht verrückt – okay vielleicht ein bisschen – aber der obere Absatz beschreibt genau mein Problem. Was als harmlose „Sympathie“ begann, wurde zu einem regelrechten Virus und mittlerweile hat sich „Interesse“ zu handfestem Liebeskummer entwickelt. An dem ich selber die Schuld trage, ja ich weiß. Aber wie sagt man jemanden, dass man ihn einfach nicht mehr aus dem Kopf bekommt? Vor allem, wenn der jemand absolut keinen Schimmer hat? Glaube ich zumindest.

Nein, das hier ist nicht „Lieber Dr. Sommer“ reloaded, sondern ein handfestes Problem, ein Stein auf meinem Herzen, der jeden Tag ein bisschen schwerer wird. Und jeder sagt nur noch: Lass es gut sein, hat doch eh keinen Sinn. Aber da liegt eben der Hund begraben. Wer weiß, ob es Sinn macht / hat, zu mehr als ein paar vagen Andeutungen – und ganz viel Subtext – konnte ich mich bisher nicht durchringen.

Subtext verstehen Männer nicht, ich weiß. Viele Frauen übrigens auch nicht. Vor allem dann, wenn man quasi aneinander vorbei sub-textet. Beispielsweise hat mich dieser komplette Text jetzt auch nicht weitergebracht, aber irgendwie hat es dennoch gut getan ihn zu schreiben. Mein Latein ist am Ende, ich gehe meinen Mut suchen – oder meinen Stolz – oder die Reste meines Herzens. Was immer ich halt zuerst finde.

Love sucks!

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