Farewell

Du machst es anderen Menschen nicht leicht, dich zu mögen. Warum? Zu anstrengend, zu unbeherrscht, zu fordernd, zu ehrlich, zu unbequem, zu laut, zu leise und überhaupt – zu seltsam und irgendwie auch zu verrückt. Zu anders.

Vielleicht auch ein wenig zu langsam von Begriff. Da ist es doch gut, dass wenigstens ich glücklich bin. Nur darauf kommt es ja letztlich an, nicht wahr? Die Unangepassten enden meist mit dem Satz: Lieber alleine unglücklich, als zu zweit. Und das stimmt schon: Einsamkeit kann vom steten Begleiter zum Schild heranwachsen – zur Rüstung, mit der man der Welt und dem Schmerz entgegentritt. Gemeinsame Einsamkeit dagegen enthält letztlich nichts als Leere.

Bist du wirklich glücklich oder doch im Grunde einfach nur allein?
Je länger man sich selbst belügt, desto schneller beginnt man sich selbst zu glauben. Zufriedenheit bedeutet nicht mit etwas zu leben, nur weil einem der Mut zur Veränderung fehlt. Und jede noch so kleine Veränderung kann ganze Welten einstürzen lassen. Angst ist kein Ersatz für Liebe.

Du machst es anderen wirklich nicht leicht, dich zu mögen. Ich weiß. Es ist schwer jemanden gern zu haben, der einen an seine Grenzen treibt. Vor allem, wenn mir jede Veränderung selbst so viel Angst einjagt, dass ich wie ein Reh im Scheinwerferlicht erstarre. Der Unterschied ist nur, dass ich trotzdem weitergehe. Irgendwann.

Niemand ist perfekt, jeder kann nur sein Bestes geben. Aber Liebe bedeutet nicht, jemanden nur für seine angestrebte Perfektion gern zu haben. Nein, im Gegenteil: Es heißt, jemanden trotz all seiner Fehler zu mögen. Und ein Freund kann manchmal so viel wertvoller sein, als ganze Horden von bedeutungslosen Affären.

Ich habe es schon verstanden: Im Grunde kenne ich dich ja gar nicht und du kannst eigentlich auch nichts mit mir anfangen. Damit gehörst du sicher zur Mehrheit, denn, ja ich weiß, ich mache es den Menschen nicht leicht. Aber manchmal, da tut es doch ein wenig mehr weh, jemanden gehen zu lassen, selbst wenn es nie mehr als die Illusion einer Freundschaft war.

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