Unmöglich

(c) M. ReichertEs sollte längst eine weitere Narbe sein, doch es tut noch immer weh. Manche Wunden verheilen nicht, vernarben nicht und verblassen auch nicht. Vielleicht, weil der Schmerz dabei hilft sich zu erinnern. Welchen anderen Grund gibt es für die Traurigkeit?

Ein Leben sollte reichen und doch scheint es, als sei noch nicht mal die Ewigkeit lange genug. So viele Male schon hätte es nur einen Schritt gebraucht,  um der Erinnerung endgültig den Rücken zu drehen und jedes Mal verharrten die Füße stur am Boden. Vielleicht, weil die berühmte Hoffnung eben doch immer erst zuletzt stirbt. Welchen Sinn macht es, ohne sie zu gehen?

Aller Anfang wirkt steinig, aller Ende leer. So wenig Zeit und doch so viel sie zu verschwenden. Warum auch nur einen Tag unglücklich verbringen, wenn es immer nur eine Antwort auf eine Frage geben kann? Ja oder nein – nichts wirklich Wichtiges endet mit einem Vielleicht. Doch es ist die Frage vor der Frage die entscheidet: Reicht es? Niemand sieht Niederlagen als Herausforderungen, wenn das ganze Herz an der Fortsetzung der Geschichte hängt. Vielleicht ergibt das wirklich keinen Sinn. Welche andere Erklärung könnte es sonst geben?

Rein rational betrachtet sollte nichts davon noch in die Gegenwart wirken. Doch welch anderer Traum lohnte sich zu träumen als das Versprechen des Unmöglichen?

3 Gedanken zu “Unmöglich

  1. Ich lebe in der Überzeugung, dass die Welt in der es nur „JA“ oder „NEIN“ gibt eine recht einfache und langweilige Welt ist. Das vielleicht ist nicht so schlimm, wie die meisten Menschen es machen. Endgültigkeit kann viel verletzender sein als die süße kleine Hoffnung am Ende des Horizonts. Vielleicht hat Potential, „JA“ und „NEIN“ nicht.
    Das mag nicht auf den ersten Blick einleuchtend erscheinen, aber es lohnt sich einen Gedanken daran zu verlieren 🙂

    • Ich denke, dass „Vielleicht“ hat schon gelegentlich seine Vorzüge…aber wirklich wichtige Fragen – Fragen die quälen, Fragen an denen das Herz hängt – müssen fast schon mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden. Alles andere ist nur eine endlose Quälerei, ein Hoffen und Bangen ohne Erlösung.
      Ich will nicht wissen ob ich „vielleicht“ geliebt oder gemocht werde. „Vielleicht“ geeignet bin oder „vielleicht“ verstanden werde. Ich will es wissen wie es ist und nicht eventuell vielleicht sein könnte.
      Wie gesagt, das gilt für mich nur für die wirklich wichtigen – die Herzens-Fragen. In anderen Bereichen kann ich mit einem „Vielleicht“ leben 🙂

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