Freak me out…

(c) MorgueFileIch war schon immer ein Freak. Verstehst du, schon mein ganzes Leben lang war ich ein Freak und musste damit leben. Ich bin eben einer dieser Leute.

Was John Lennon wohl darüber denkt, dass heute scheinbar jeder Individualist sofort als Freak gilt? Vielleicht war das aber auch schon zu seiner Zeit so, wer weiß.

Obwohl sich dabei doch eigentlich immer die Frage stellen müsste: Warum gilt eigentlich die Stigmatisierung Freak = Versager? Liegt das an unseren Medien, die sich so große Mühe geben, das zu vermitteln?

Der deutsche Duden liefert zu „Freak“ folgende Definitionen:

  1. jemand, der nicht so lebt, wie es den Normen der Gesellschaft entspricht, der seltsame Ideen, einen seltsamen Geschmack hat.
  2. jemand, der sich übermäßig für etwas begeistert.

Nimmt man verschiedene Medien zu Hilfe, dann zeigt sich schnell, was offenbar international als Freak gilt: Vornehmlich Menschen, die ihre Freizeit mit einem oder mehreren der folgenden Themen verbringen – Fantasy-Rollenspiele bzw. dem Genre Fantasy allgemein (ja, auch bei Vampiren), Comics, Musik der härteren Gangarten (Metal, Punk, Rock mit echten Gitarren und nicht von Disney), Star Trek, Star Wars oder Sciene Fiction allgemein und natürlich, der Wurzel allen Übels: Computerspiele.

Warum ich letzteres besonders hervorhebe? Naja, seit Jahren schon versuchen uns Nachrichten in TV, sowie Online- und Printmagazinen davon zu überzeugen, dass Gamer eine Bedrohung für das leibliche Wohl der Gesellschaft darstellen. Ähnlich wie bei den Muslimen weiß auch bei Gamern angeblich niemand so genau, wann es sie überkommt und sie mit gezückter Waffe eine öffentliche Einrichtung stürmen. Immerhin ist es nur ein kleiner Schritt vom Online-Shooter – pardon Gewaltspiel – zum richtigen, lebensechten Massaker. Besondere Vorsicht gilt übrigens dann, wenn der Gamer auch noch Rock-Musik oder gleich Metal hört.

Damit die deutsche Bevölkerung auch weiß, welche Bedrohung da unter ihnen weilt, gibt es diverse Scrited Reality-Formate pardon „Doku“-Soaps zu jeder Tages- und Nachtzeit, in denen immer mal wieder so eine komische Gestalt herumgeistert. Und Shows wie „Das Model und der Freak“ oder auch „Schwer Verliebt“ sollen zeigen, wie man den Freaks dann wieder zurück in ein „normales“ Leben hilft. Vor allem die ProSieben-Show mit Jana Ina und anderen geistigen Tieffliegern ist wirklich der Gipfel der Frechheit. Wenn etwa das brasilianische Spatzenhirn sich über einen „Freak“ lustig macht, der Warhammer 40K spielt, weil das ja „was für Kinder ist“. Ich möchte wirklich gerne mal sehen wie jemand versucht der Dame das Regelbuch zu erklären.

Aber ich schweife ab. Ein Freak kann erst dann das „Versager-Image“ abstreifen, wenn er Erfolg vorweisen kann. Wussten Sie, dass Leute wie Jim Morrison, Alicia Moore, Brian Warner, Steven Spielberg oder auch Bill Gates in ihrer Jugend genau unter die oben beschriebenen Definitionen für Freak fielen und auch noch heute fallen? Und dennoch wünschen sich wohl Millionen von „Normalos“, sie könnten diese Freaks sein. Im Falle von Morrison nur eben lebendig.

Viele Leute verbringen ihr Leben als menschlicher Anzug oder Uniform und wünschen sich nichts mehr, als auszubrechen. Viele verstecken die Comics, Modelleisenbahnen oder kleinen Fantasy-Figuren im Keller und hoffen, dass ihnen keiner auf die Schliche kommt. Denn wir wollen nicht mehr die dicken Kinder mit den falschen Klamotten und Freunden sein, die wir in unserer Kindheit waren. Doch dabei vergessen viele eines – am Ende retten immer die Freaks die Welt. 🙂

Sam Whitwickey, der schmächtige kleine Junge, der verzweifelt versucht das hübscheste Mädchen der Schule anzubaggern und am Ende die Welt vor bösartigen Mega-Robotern rettet – mehrmals. Oder Peter Parker, der sogar auf seine große Liebe verzichtet um jeden Schurken dingfest zu machen. Oder Bridget Jones, die mit viel Herz und ebenso viel Tollpatschigkeit den Mann ihrer Träume bekommt. Oder auch Harry Potter, der kleine bebrillte Junge mit dem Mut eines Löwen. Oder eben John Lennon, der bis heute Millionen von Menschen mit seiner Musik berührt.

Es sind die Freaks, die diese Welt spannender und bunter machen. Lasst euch von niemand etwas anderes einreden.

Ein Gedanke zu “Freak me out…

  1. Mh.. versteh ich nicht.. seltsam.. kann ich nicht nachvollziehen..
    Ich finde jeder sollte normal sein und wer nicht normal ist.. bääääh in einen dunklen käfig :I

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