Vorratsdatenspeicherung: Wenn die Stasi-Überwachung plötzlich harmlos wirkt

Pic: ppdigital (c) MorgueFile

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Wussten Sie, dass bald bei jedem Internet-Besuch Ihre Daten gespeichert werden? Am 7. Juni 2011 legte die Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger einen ersten Gesetzesentwurf vor, nachdem die Daten JEDES Internetnutzers für jeweils eine Woche gespeichert werden sollen.

Also völlig unabhängig davon, ob man Sie verdächtigt oder nicht – Ihre gesamten Internetaktivitäten werden künftig für eine Woche gespeichert. Genug Zeit, um Sie auf einen BKA-Computer zu übertragen und dort in aller Ruhe zu analysieren. Die Bespitzelung der Bevölkerung durch die Stasi in der ehemaligen DDR sieht dagegen aus wie ein Kindergeburtstag.

Und wie sehen die Reaktionen zu dieser Frechheit aus? Der CDU geht dieser Gesetzesentwurf noch nicht weit genug! Die ganze Geschichte gibt es hier zum Nachlesen:

Vorratsdatenspeicherung – Gesetzesentwurf

Spiegel: Union lehnt FDP-Kompromiss zur Vorratsdatenspeicherung ab

Stoppt die Vorratsdatenspeicherung, Internetseite mit News und Informationen zu dem Gesetzesentwurf und Erläuterungen, warum man ihn stoppen MUSS.

Mein Politblog: Also doch Vorratsdatenspeicherung

Und nun, wollen Sie erneut die Augen verschließen und sagen „Ach, das ist doch alles gar nicht so schlimm“?

2 Gedanken zu “Vorratsdatenspeicherung: Wenn die Stasi-Überwachung plötzlich harmlos wirkt

  1. Aber tun wir das denn nicht schon? Ich meine die Augen schließen und sagen es ist gar nicht so schlimm. Die nahezu lückenlose Überwachung findet längst statt. Google, Facebook, Twitter, Microsoft oder Apple können nahezu vollständige Bewegungsprofile ihrer Nutzer erstellen, bzw. sie speichern die Daten die dafür erforderlich sind. und wer weiß schon welche Hintertürchen die US Sicherheitsbehörden zu diesen Datenbeständen wirklich haben. Ich vermute, so ziemlich jede Seite, die ich regelmäßig ansurfe, sendet die Information, dass ich diese Seite gerade besuche an eine der oben genannten Firmen. Das gilt auch für deinen Blog und wenn ich gleich unten den „senden“ Knopf drücke dann wissen sie auch das ich einen Kommentar geschrieben habe und technisch betrachtet hätten sie zu diesem Zeitpunkt sogar die Möglichkeit diesen Kommentar abzugreifen, selbst wenn er nie öffentlich freigeschaltet wird, ach sie könnten mir sogar beim schreiben zuschauen. Natürlich dringen Google, Facebook & Co. noch nicht in jede dunkle Ecke des Netzes vor, aber selbst da bin ich mir nicht sicher. Glaub mir, ich versteh was davon, ich kenne die technischen Möglichkeiten.
    Was ich damit sagen will, wir akzeptieren ja bereits das wir gläsern sind und informationelle Selbstbestimmung ist ein schönes Prinzip aber letztendlich ein völlig zahnloser Tiger.
    ich verstehe die Proteste gegen dir Vorratsdatenspeicherung und bin selbst auch dagegen, denn wer will schon gerne überwacht werde. Was ich nicht ganz verstehe ist die Hysterie die dadurch entstanden ist. Eigentlich überrascht es mich, dass den Leuten das was ich oben geschrieben habe so wenig bewusst zu sein scheint. Ich stell mir da immer die Karikatur von Mark Zuckerberg und Larry Page vor, wie sie morgens zum Frühstück die letzten Statistiken anschauen und sich über den Running-Gag der Vorratsdatenspeicherungsdiskussion auf ihren Portalen amüsieren. Das ist schon irgendwo eine typisch deutsche Schizophrenie.

    • Es ist sogar noch viel schlimmer…jeder Geheimdienst kann auf deine Telefonabrechnungen, Reisedaten (z.B. Flüge, Bahnfahrten) und sogar deine Bankkontodaten zugreifen bzw. sie komplett bei der jeweiligen Firma abfragen. Alles was dazu nötig ist, ist die Erklärung, du hättest dich „verdächtig“ gemacht.
      Doch es braucht noch nicht einmal das…jeder öffentliche Platz, jede U-Bahn, jede Autobahn und wahrscheinlich auch jedes verdammte Dixie-Klo verfügt mittlerweile über eine Überwachungskamera, somit können die Bürger rund um die Uhr ausgekundschaftet werden – wenn sie im Supermarkt einkaufen, wenn sie ein Zugticket lösen, wenn sie am Geldautomaten Geld abheben, wenn sie ins Parkaus fahren, wenn sie ein öffentliches Klo benutzen, wenn sie eine Autobahnauffahrt benutzen usw.
      Der Punkt dabei ist aber, das den wenigsten Menschen das tatsächlich bewusst ist. Die haben keine Ahnung was Vorratsdatenspeicherung ist und welche Folgen sie hat. Auch nicht, was es mit den Anti-Terror-Gesetzen eigentlich auf sich hat und warum Filme wie „Staatsfeind Nr.1“ nicht über- sondern im Gegenteil massiv untertreiben (Falls dir der Film was sagt, die krasse Überwachung die da stattgefunden hat, war schon zum Zeitpunkt des Films um 10 Jahre veraltet).
      Das jemand mit IT-Background versteht, was da bei FB, Google etc. so abgeht, das nehme ich stark an – obwohl ich auch hier andere Beispiele kenne. Aber wievielen Menschen ist das sonst noch bewusst?

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