Feige SPD – Thilo Sarrazin darf bleiben

Thilo Sarrazin darf nun also in der SPD bleiben. „Man könne nicht einfach jemanden raus werfen, weil er sich kontrovers verhält“, steht in der FAZ. Der „Provokator“ selbst, erklärt, er habe „nie die Absicht gehabt sozialdemokratische Grundsätze zu verletzen“ oder „Migranten zu diskrimieren„. Hm…liebe SPD, ihr habt das Buch vom Thilo aber schon gelesen oder? Also, bevor die Frau Nahles ihm die Erklärung zum Unterschreiben gegeben habt?

Das einzig Überraschende an der ganzen Geschichte ist eigentlich, dass man immer noch überrascht ist. Auch nach den Geschichten mit der Reform, dem Betrüger Guttenberg, der unbegründeten Verschärfung der Antiterror-Gesetze, den Lügen zur Atompolitik, irgendwie bleibt immer noch ein kleiner Rest Vertrauen – oder auch Glauben – den sie dann wieder brutal zerstören können.

Die neueste Episode der SPD ist wirklich mal wieder beispielslos. Sie zeigt aber auch deutlich, welche Heuchler in dieser Partei sitzen, die ja lauthals Guttenbergs Kopf forderten, Thilo Sarrazin aber als milden „Querdenker“ abstempeln, der natürlich in der Partei bleiben darf. Der Witz dabei: Man ignoriert dafür sogar die Stimmen aus der eigenen Partei. Von denjenigen nämlich, die selbst einen „Migrationshintergrund“ haben und sich völlig berechtigt über den rechtspopulistischen Quatsch den Sarrazin in seinem Buch verewigt hat, empören.

Rechtspopulistisch? Ja, ganz richtig. Dass Sarrazin in seinem Buch ganz offen mehrfach widerlegte rassistische Thesen zitiert ist kein Geheimnis, auch wenn es irgendwie immer noch nur wenige so richtig verstanden haben. Eine der Kernthesen, die Sarrazin in seinem Buch vertritt ist die, dass Intelligenz vererbbar sei. Um diese Aussage zu legalisieren, bezieht er sich auch auf das 1994 erschienene Buch „The Bell Curve“ von Richard J. Herrnstein und Charles Murray. Eine der Kernthesen dieses Buches lautet, dass Intelligenz zu 40 – 80 Prozent vererbbar sei und das die Schwarzen in den USA nur deswegen viel stärker von Armut betroffen seien, weil sie im Durchschnitt genetisch bedingt dümmer seien.

Gerade aber das wurde bereits widerlegt und zwar durch das Human Genom Project, an dem auch Craig Venter arbeitet. Der Wissenschaftler, der wesentlich an der Analyse der menschlichen Gensequenz beteiligt war, erklärte 2008 in einem Interview mit der Zeit: „Wenn man mein Genom mit Ihrem vergleicht, liegen die Unterschiede bei einem bis zwei Prozent. Früher hätten viele auf 0,1 Prozent getippt, aber ich fand diese Zahl immer zu klein, um damit die große Variationsbreite der Menschheit zu erklären.“

Auf die Äußerungen seines Kollegen James Watson angesprochen, der 2007 von seinem Institut entlassen wurde, weil er ebenfalls behauptet hatte, Afroamerikaner seien aufgrund ihrer Gene weniger intelligent als Weiße erwiderte Venter: „Watsons Behauptungen sind absolut unwissenschaftlich. Das sind dumme, rassistische Äußerungen. Ich bin ganz sicher, dass Unterschiede in der Intelligenz in keiner Weise mit der Hautfarbe korrelieren. Wir Menschen sind ein genetisches Kontinuum.

Interessant ist auch, dass die türkische Soziologin Necla Kelek damals als glühendste Verteidigerin Sarrazins auftrat – und ein schönes Manifest der menschlichen Dummheit in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ablieferte. Wo sie auch brav Herrnstein und Murray zitierte und gar Aussagen vom Stapel lies wie: „Dabei scheint schon der gesunde Menschenverstand nahezulegen, dass Ethnien wie zum Beispiel die Völker Anatoliens oder Ägyptens, die über Jahrhunderte von den Osmanen daran gehindert wurden, Lesen und Schreiben zu lernen, bei denen noch heute Mädchen nicht zur Schule gehen dürfen, andere Talente vererbt bekommen, als die Söhne von Johann Sebastian Bach und dass es auch bei der Intelligenz so etwas wie die Gaußsche Normalverteilung gibt.“

Der „gesunde Menschenverstand“ legt so etwas nahe? Tatsächlich? Etwa derselbe gesunde Menschenverstand, der auch nahe legte, dass die „nordische Rasse“ sich besonders durch Merkmale wie „Urteilsfähigkeit“, „Wahrhaftigkeit und Tatkraft“ auszeichne und daher dem Rest Europas überlegen sei? Genau hier landen wir nämlich beim Nationalsozialismus. Bei Hans F.K. Günther, bei Alfred Rosenberg und letztlich bei Adolf Hitler. Warum? Weil hier genau dasselbe suggeriert und propagiert wurde: Dass die Deutschen grundsätzlich intelligenter und überlegener sind, als andere „Rassen“. Und genau das ist es, was die SPD als „querdenken“ verkaufen will.

Was bei Sarrazin noch dazu kommt, ist die gezielte Fälschung seiner Statistiken. Etwas, dass er auch ganz offen zugibt. So erklärte er in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung, wenn man keine Zahl habe, „muss man eine schöpfen, die in die richtige Richtung weist, und wenn sie keiner widerlegen kann, dann setze ich mich mit meiner Schätzung durch“. Was im Grunde nichts anderes heißt als: „Wenn ich lüge und keiner meine Lüge widerlegt, dann wird sie zur Wahrheit“.

Aber all das spielt für die SPD offenbar keine Rolle. Auch nicht, das Sarrazins Thesen mehrmals zerpflückt, widerlegt und als – um es mit Venters Worten zu sagen –„dumme rassistische Äußerungen“ entlarvt wurden. Es ist schlicht egal, denn offenbar hat Herr Sarrazin genug Parteifreunde mit genug Geld, die ihn weiter bei der SPD sehen wollen. Wie so oft frage ich mich – wo ist er, der Aufschrei? Aber wie so oft muss ich erkennen, dass niemand sich die Mühe macht, sich genug damit zu beschäftigen, um überhaupt zu wissen, warum sich ein Schrei lohnen würde.

3 Gedanken zu “Feige SPD – Thilo Sarrazin darf bleiben

  1. Ja, überraschend ist so einiges im Lande. Guttenbergs Kopf wurde gefordert, die Presse konnte gar nicht genug kriegen vor eifern und geifern. Aber dass unsere Europaabgeordnete mit ihrem erschlichenen Doktortitel so sang-undklanglos von der Presse verschwiegen wurde, kümmert niemanden weiter Wo sind denn die Unterschiede ? Den Einen wollte man loswerden und die Andere will man durchwinken. So einfach ist das mit der Meinungsmache.

    Das gleiche Prozedere Bei Sarrazin. Die Politik und die Presse haben den gleichen Gesang angestimmt und schon war es mit der Vernunft im Lande vorbei.

    Es sind nicht Sarrazins Thesen, die von der Vererbbarkeit der Intelligenz sprechen. Es sind übernommene Zitate von amerikanischen Wissenschaftlern. Bitte unbedingt unterscheiden und nicht verschweigen !

    Übrigens haben Frauen sich von Samenbanken eingelagerte Spenden von Hochintelligenten eingekauft und befruchten lassen. Nun raten Sie mal, was für Kinder daraus entstanden sind ? Genau – HOCHINTELLIGENTE UND BEGABTE !

    Die ganzen Zahlenspielerei ist auch hier im Artikel Unsinn.
    Sie können den einen oder einen gegenteiligen Zahlenjongleur zitieren; Sie bekommen keine Garantie für deren Richtigkeit und wer eine bekommt, ist einem Hochstapler aufgesessen, weil es keine endgültige Richtigkeit der einen oder anderen Richtung geben kann.

    Dass Sie hier allerdings Necla Kelek als schönes Manifest der Dummheit darstellen, übersteigt doch wohl Ihre Kompetenzen. Die Frau spricht aus gelebter Erfahrung – sehr unschön von Ihnen, dass so zu beurteilen.

    Dass die Völker des Orient darin gehindert wurden Lesen und Schreiben zu lernen, ist wohl wahr.
    Und warum ? Mädchen und Frauen wurden aus der Tradition des Koran als minderwertig eingestuft und hatten sowieso nichts zu melden. Die Herren der Schöpfung wurden darüber belehrt, dass es fürs Leben reicht, den Koran zu kennen, der alles besagt, was es zum Leben braucht. Es ist der Koran mit seinen mittelalterlichen Inhalten, der Bildung verhindert und somit eine Möglichkeit der Entwicklung.
    Wenn Gehirne nicht trainiert werden, verkümmern diese.
    Das ist nicht nur aus der Gerontopsychiatrie bekannt.
    Älteren Herrschaften wird immer wieder anempfohklen das Gehirn (Kreuzworträtsel, etc.)zu trainieren.

    Im Umkehrschluss sind die Gehirne der (streng Gläubigen) im Sinne von traditionell gelebtem Koran untrainiert. Da muss schon einiges passieren, bevor sich neue Strukturen im Gehirn entwickeln können.

    Die unterstellten „Fälschungen“ in sarrazins Buch, die er zugibt, beziehen sich auf fiktive Szenarien. Das vergessen Sie hier zu erwähnen. Auch die Unterstellung, dass es bei Sarrazin keine Rolle spiele, wie und was er schreibe. Donnerwetter, Sie können hellsehen – wie wollen Sie das belegen ? Sie unterstellen dumme, rassistische Äußerungen – wo bitte dumm und rassistisch ? Welche Seite, welcher Absatz ?
    Bei Sarrazin geht es um Fakten, die bestimmten Personen laut Statistik zuzuordnen sind – wenn sich da bestimmte Ethnien hervortun, ist das ein Fakt, auch wenn es eine Rasse betreffen sollte.
    Sarrazins Thesen sind nicht widerlegt und nicht zerflückt – Sie haben auf eigenwillige Art der Vermischung von unzusammenhängenden Auslegungen eine Gegenschrift verfasst, die bei genauer Betrachtung nicht standhält.

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