Rassismus und Sexualität – Eine Klarstellung

Schon interessant, kaum packt man Schlagworte wie „Playboy“ oder „Nacktfotos“ in die Überschrift – zack hagelt es Zugriffe. Nicht überdimensional, aber doch einige mehr als sonst. Noch interessanter sind allerdings die Interpretationen in diesem Zusammenhang.

In dem Artikel gestern ging es vorrangig darum, dass eine Frau sich selbst zum Sexobjekt degradiert und das dann als Befreiungsschlag verkaufen will. Es ging nicht darum, dass die Dame Deutschtürkin ist oder dass Sexualität etwas Schlechtes wäre. Das Sila Sahin türkischer Abstammung und sogar die erste Deutschtürkin ist, die sich für den Playboy auszieht – eine schlichte Tatsache. Ich habe mich gestern aber nicht über ihre Abstimmung oder ihre religiösen Überzeugungen – die ich nebenbei bemerkt nicht mal kenne – aufgeregt, sondern über ihre Dummheit. Und das eine steht in keinem Zusammenhang zum anderen.

Seit wann ist es schon rassistisch, eine Person mit „Migrationshintergrund“ – ich hasse dieses Wort im Übrigen, weil es mittlerweile einer Stigmatisierung gleich kommt – aufgrund ihrer Äußerungen dumm zu nennen? Dann bin ich genauso rassistisch, wenn ich Guttenberg einen verlogenen Betrüger nenne? Oder sage, dass ich Oliver Pocher für ein ordinäres Schwein halte? Nein, nicht rassistisch, weil das ja offensichtlich Deutsche sind? Dann fragen Sie sich doch bitte mal, wer von uns beiden jetzt hier wirklich rassistisch ist. Soviel erst mal dazu.

Zum Thema Sexualität: Von mir aus kann jeder tun was er möchte, solange es im gegenseitigen Einverständnis geschieht – das schließt selbstverständlich Pädophile aus. Traurig eigentlich, dass man das sogar noch extra anfügen muss. Ich habe sogar in dem Artikel gestern noch geschrieben, dass es mir kein Stück um den Playboy geht. Nochmal: Es ging und geht immer noch, um die Tatsache, dass eine junge Frau sich nackt in einem Heft wie dem Playboy ablichten lässt und das dann als Befreiung und Vorbild für andere junge Frauen hinstellen will.

Fakt ist aber nun mal, Männer kaufen sich den Playboy in der Regel nur aus einem Grund: Weil sie es geil finden. Ob sie das Heft nun noch als Wichsvorlage verwenden oder nicht, spielt im Grunde keine Rolle – worum es aber definitiv nicht geht, sind die Artikel. Eine Frau im Playboy kann Schauspielerin, Pornodarstellerin oder sogar Doktorandin sein, sobald sie ihre Brüste in die Kamera hält, ist das völlig egal. Denn ein Mann sieht die Frau in diesem Moment nur noch als eines: Ein Sexobjekt. Und entweder macht ihn das an oder nicht – aber warum die Dame sich da nun nackt ablichten hat lassen, interessiert nicht die Bohne.

Einer Frau dagegen bringen Bilder im Playboy genau zwei Dinge: Geld und Bekanntheit. Niemand lässt sich im Playboy ablichten, weil es da um irgendwelche Werte oder Ähnliches geht. Wer wirklich denkt, es sei ein Befreiungsschlag sich auszuziehen und dafür Geld einzustreichen, der sollte dringend mal den Begriff „Prostitution“ im Duden nachschlagen. Auch hier: Es ist nicht verwerflich sein Geld mit Prostitution oder als Pornodarstellerin zu verdienen – solange das Ganze ohne Zwang abläuft. Aber eine Prostituierte ist wenigstens ehrlich genug, um zu sagen: Ja, ich mache das wegen des Geldes.

Das alles zur Klarstellung – ich hoffe derjenige den es betrifft, liest das hier nun auch.

4 Gedanken zu “Rassismus und Sexualität – Eine Klarstellung

  1. Hallo Kidayna,
    ich hab den Artikel zwar noch nicht gelesen den du hier klarstellst, ich denke aber ich verstehe schon worum es dir geht. Letztendlich um die alltägliche Verlogenheit mit der wir alle leben. Aber ist es nicht wie ein Kampf gegen Windmühlen? Edel aber sinnlos. Lohnt es sich überhaupt noch gegen den verlogenen Kommerz zu argumentieren. Sex sells, dass ist das Business und das gillt doch nicht nur für den Playboy. Nimm die verlogene Bild mit ihren täglichen Pinups, oder die ach so seriösen Spiegel oder Stern, die min. einmal jährlich nackte Tatsachen auf dem Cover haben. So wie bei deinen Klicks, gehen auch da die Verkaufszahlen sprunghaft nach oben. Und das ist natürlich Kalkül. Lohnt es sich diese Welt noch verbessern zu wollen? Das ist keine Kritik an dir oder deinem Artikel, sondern eine Frage die ich stelle. Und falls es sich lohnt, wer darf dann den ersten Stein werfen? Und wer ist das richtige Ziel? Merkel, Murdoch oder man selbst?

    so schluss jetzt mit predigen

  2. jetzt komm ich mir vor wie ein Pfarrer ohne Heilsversprechen, denn ich habe keine Ahnung, keine Alternative. Sich auf der grünen Wiese eine neue Welt aufbauen vielleicht, aber frag nicht wo der Bauplan dafür ist.

    • Genau das ist es, es gibt keine Alternative. Entweder man stimmt zu oder man ist dagegen. Was besser ist, dass muss dann jeder für sich selbst entscheiden.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s