Der verlorene Freund

(c) cepolina.com

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Der Trottel blieb zurück im Dunkeln. Statt hinauszugehen und zu leben, versteckte sie sich hinter den Fassaden und blieb die Lüge hinter den Spiegeln. Dort war sie sicher – vor sich selbst, vor ihm und vor allen anderen. Um die ging es sowieso nie, auch nicht um ihn. Es ging immer nur um den Trottel, der vor Angst schlotternd in der Ecke saß.

Aber was damals Blödsinn war, bleibt es auch heute. Kompletter Blödsinn. Weil es niemals Liebe war, nur Selbsterniedrigung in Erwartung eines neuen Schmerzes, der letztendlich immer kam. Was damals wie Zerstörung aussah, entpuppte sich als Selbstschutz. Die Wahrheit, ja die Wahrheit tat einfach zu weh um sie einzugestehen.

Am Anfang stand die Lüge und am Ende wartete sie erneut. Die Lüge die alles zerstörte und ohne Rettungsleine zurücklies. Was ist uns geblieben? Gelegentlich ein paar Zeilen, in denen wir eine Freundschaft heucheln, die, wenn wir ehrlich sind, nur solange von Bestand war, wie wir an der Oberfläche kratzten. Wir hätten es dabei belassen sollen und nicht dem verzweifelten Wunsch nachhängen sollen, daraus etwas zu machen, dass nie möglich war.

Denn, seien wir erneut ehrlich, du wolltest niemals herausfinden wer ich wirklich bin. Du wolltest niemals hinter die Fassaden blicken und sehen was sich tatsächlich hinter den Spiegeln verbirgt. Und als du schließlich einen Hauch davon sahst, ließ es dich bitter und verständnislos zurück. Du hättest niemals glücklich werden können, mit der echten Person, die nicht deiner Vorstellung von Realität entspricht.

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