Dein Fernseher lügt: Online-Games und virtuelle Währung

Kostenlose Online-Spiele sind mittlerweile aus der Gaming-Szene nicht mehr wegzudenken. Egal ob man in Browserspielen Tomaten anpflanzt bzw. Schiffe versenkt oder ob man in einem kostenlosen MMO zum Fantasy- oder Weltall-Held wird. Dabei funktionieren so gut wie alle diese Spiele nach folgendem Prinzip: Du meldest dich an, spielst und hast die Option, für echtes Geld einige Zusatzfunktionen freizuschalten.

In den meisten der kostenlosen Spiele bedeutet „Zusatzfunktion“ meist eine leicht verkürzte Level-Zeit oder oft auch nur ein Gimmick wie eine veränderte Farbe der Ausrüstung. So kann man beispielsweise in dem Browsergame Shakes & Fidget für echtes Geld sogenannte Pilze kaufen. Diese Pilze verkürzen im Spiel dann die Wartezeit für Dungeons und Arenakämpfe oder verlängern die tägliche Level-Zeit. Zudem kann auch Ausrüstung erworben werden – die aber nicht immer wirklich bessere Werte hat. Man bekommt sie einfach schneller. Die Pilze erhält der Spieler aber auch als Belohnung für abgeschlossene Quests oder Stadtbewachungen. Kurz: Mit gekauften Pilzen geht es zwar schneller, ohne kommt man auch ans Ziel.

(c) League of Legends

(c) League of Legends

Einen anderen Ansatz bietet da League of Legends – kurz LoL – diesmal ein kostenloses MMORPG. Der Unterschied zwischen LoL und den oben vorgestellten Browsergame: Hier kann der Spieler für Geld nur reine Gimmicks kaufen, also das Aussehen der gespielten Helden oder der Ausrüstung verändern. Keine dieser Veränderung bringt im Spiel aber irgendeinen Boni – weder levelt man schneller noch werden die Helden irgendwie besser. Sie sehen einfach nur anders aus.

Jeder ernsthaft recherchierende Journalist – auch wenn er von dem Genre überhaupt keine Ahnung hat – hätte dies innerhalb eines Tages herausgefunden. Doch nun kamen die Journalisten von Akte, einer dieser Sendeformate, die sich investigativem Journalismus auf die Fahnen geschrieben haben. Und die hatten ganz offenbar die Aufgabe, die versteckten Gefahren für deutsche Kinder durch angeblich kostenlose Online-Spiele im Netz aufzudecken. Tja, aber statt ein Browsergame zu nehmen, bei dem der Spieler tatsächlich einen – wenn auch kleinen – Vorteil durch das Kaufen von virtueller Währung erhält, suchte sich Akte ausgerechnet LoL.

Was dabei herauskam, hat Fernsehkritik.tv sehr gut auf den Punkt gebracht:

Die Frage die sich mir hier immer stellt, wenn die Verantwortlichem beim Fernsehen schon bei so etwas so extrem daneben liegen. Was tun die dann bei wirklich wichtigen Themen? Wie zum Beispiel den Krieg in Libyen? Oder in der Politik?

Denken Sie mal drüber nach.

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